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Travel24.com aus dem Hause Unister – Anleihegläubiger sollten ihr Engagement überdenken

Derzeit ist viel Feuer unterm Dach des Unternehmens Unister aus Leipzig, vor allem seit das Handelsblatt einen sehr kritischen Artikel in dieser Woche zu den wirtschaftlichen Verhältnissen des Unternehmen veröffentlicht hat, wo gegen sich das Unternehmen mit Thomas Wagner an der Spitze dann postwendend gewehrt hat. Zu den Beteiligungsunternehmen gehört auch das Unternehmen Travel24.com. Diese Unternehmen hatte in der Vergangenheit eine Anleihe herausgegeben. Hierzu meint die Deutsche Investoren Union nun:

Die DIU e.V. empfiehlt Inhabern der im September 2012 emittierten Anleihe der Travel24.com AG (ISIN: DE000A1PGRG2), ihr Engagement kritisch zu überdenken. Die Anleihe hat bereits rund 50 % des Ausgabepreises von 100 % eingebüßt und notiert derzeit bei rund 50 %. Grund für den nachgebenden Anleihekurs sind aus Sicht der DIU die schlechten Geschäftszahlen zum 31.12.2014 und Hinweise darauf, dass das Geschäftsmodell seit Jahren nicht richtig funktioniert.

Der Emissionserlös der Anleihe sollte größtenteils für den Einstieg in das neue Geschäftsfeld der Budget-Design-Hotels verwendet werden. Darüber hinaus plante die Gesellschaft, in die weitere Internationalisierung ihres bestehenden Geschäfts im Online-Reisemarkt zu investie-ren. Mittelfristig, so verkündete das Unternehmen 2012, sollen bis zu 25 Hotels in deutschen Großstädten betrieben werden.

Tatsächlich ist es der Travel24.com AG bis heute nicht gelungen, auch nur ein Hotel zu bauen und zu betreiben. Ausweislich des jüngst veröffentlichten Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2014 hat die Gesellschaft nämlich bislang noch kein einziges Hotel eröffnet – im Gegenteil. Auch für 2015 wird es im Segment „Hotellerie“ keinen Geschäftsbetrieb geben, da das Objekt in Leipzig erst 2016 fertiggestellt werden soll.

Die Bilanz zum 31.12.12104 zeigt eine bescheidene Cash-Ausstattung von 1 Mio. Euro. Bilanziert sind zudem „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ in Höhe von knapp 10 Mio. Euro. Diese Position entspricht dem Buchwert einer Immobilie in Köln, die verkauft werden soll. Die aus dem Verkauf freiwerdenden Mittel sollen dann in Leipzig reinvestiert werden, so dass die Tilgung der Anleihe aus dem Verkauf des fertiggestellten Objekts in Leipzig entspringen soll.

Für die Anleihegläubiger bleibt zu hoffen, dass zumindest der Verkauf der bislang angestoßenen Projekte ausreichend Liquidität schafft, um die Anleihe planmäßig zu tilgen. Der Markt sieht dies jedoch skeptisch, die Anleihe notiert derzeit bei etwa 50 %. Anleger, die die Tra-vel24-Anleihe im Depot haben, sollten sich der hohen Risiken ihres Engagements bewusst sein und dieses kritisch hinterfragen. Ein Neueinstieg kommt aus unserer Sicht nicht in Frage.

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